Donnerstag, 8. Oktober 2020

Nobelpreis in Chemie für CRISPR-Entwicklerinnen

 
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08.10.2020

Liebe Lesende,

was für eine schöne Überraschung: Der Chemie-Nobelpreis ging dieses Jahr an Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna für die Entwicklung der Genschere CRISPR-Cas9. Warum eine Überraschung? Weil es seit Jahren einen Patentstreit darüber gibt, wer CRISPR als Werkzeug denn eigentlich erfunden hat. Erst Anfang September gab es eine neue Wendung, wie beispielsweise die Kollegen von »Science« berichtet haben.

Warum schön? Weil es sich um ein noch junges Verfahren handelt, das längst alle Bereiche der Gentechnik revolutioniert. Mit CRISPR-Cas9 lässt sich das Erbgut von Pflanzen und Tieren an frei wählbaren Punkten so genau wie nie zuvor verändern – das birgt Risiken und Chancen.

Mit dem Nobelpreis bekommt die Genschere nun die Aufmerksamkeit, die sie verdient, gar braucht. Denn bestenfalls diskutiert schon bald die breite Gesellschaft intensiv darüber, was man sich von dem Verfahren erhofft, wo man es einsetzen möchte und was verboten sein sollte.

Beste Grüße
Alina Schadwinkel
alina.schadwinkel@spektrum.de

Rechts eine Frau im Kittel mit Tablet in der Hand, links ein Symbolbild einer stark stilisierten Doppelhelix, bei der aus einem der beiden Stränge zwei Nukleotide rausgetrennt sind. Fun fact: Das kann CRISPR gar nicht.

Zwischen Patentstreit und Gentech-Debatte

Dass die Entdeckerinnen von CRISPR-Cas9 den Preis irgendwann bekommen würden, war absehbar. Und doch birgt die Entscheidung eine Überraschung - und Stoff für Kontroversen.


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szmtag

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