Montag, 28. September 2020

BMU-PM: Bundesregierung ruft europäische Unternehmen zu nachhaltigen Investitionen auf

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
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Redaktion: Regine Zylka (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler, Astrid Scharf, Christopher Stolzenberg
und Bastian Zimmermann

 

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Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesministerium der Finanzen

 

Pressedienst Nr. 160/20

Berlin, 28. September 2020


 

 

Klimaschutz/Finanzierung
Bundesregierung ruft europäische Unternehmen zu nachhaltigen Investitionen auf
Start des European Sustainable Finance Summit / Umfrage zur EU-Taxonomie zeigt Handlungsbedarf

Zum Start des European Sustainable Finance Summit rufen Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundesumweltministerin Svenja Schulze europäische Unternehmen zu mehr Investitionen in nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten auf. Die heute veröffentlichte erste Studie zur Anwendung der EU-Taxonomie zeigt, dass nur 2 Prozent der Unternehmensumsätze das dort festgelegte Ambitionsniveau bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit erfüllen. Der Bund hat gerade mit dem Einstieg in die Grünen Bundeswertpapiere gezeigt, dass ein ambitionierter Ansatz auch von Erfolg gekrönt sein kann.

Auf dem heute eröffneten internationalen Kongress diskutieren Entscheidungsträger aus Finanzwelt, Industrie, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik über die Finanzierung nachhaltigen Wachstums auf EU- und nationaler Ebene. Die digitale, europaweit tagende Konferenz wird vom „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ in Frankfurt am Main organisiert und per Livestream übertragen.

Olaf Scholz, Bundesminister der Finanzen: „Klimaschutz und Umweltschutz sind die großen Herausforderungen unserer Zeit, die können wir nur gemeinsam stemmen. Dazu müssen wir das Geld in die richtigen Bahnen lenken und dem Finanzmarkt einen nachhaltigen Impuls geben. Banken, Versicherungen und Investoren haben hier eine besondere Verantwortung. Deshalb: Investiert mehr in Nachhaltigkeit und Klimaneutralität! Die Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit bietet Riesenchancen. Wir müssen sie jetzt nutzen.“

Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: „In den nächsten Jahren werden in erheblichem Umfang nachhaltige Investitionen nötig sein - in Infrastruktur, Anlagen und Technologien, aber auch in die Neuorganisation von Prozessen und in neues Wissen. Investitionsbedarf besteht in allen Sektoren: Energie und Verkehr, Kreislaufwirtschaft, Wasserwirtschaft und Landwirtschaft - und das in globalem Maßstab. Da die Modernisierung der Wirtschaft zuerst finanziert werden muss, bevor sie umgesetzt werden kann, ist der Finanzsektor ein guter Gradmesser für den dringend nötigen Fortschritt. Mit dem Green Deal liegt eine europäische Wachstumsstrategie vor, mit der wir nicht nur unsere Umwelt und unsere Lebensgrundlagen schützen. Wir stärken damit auch die europäische Wirtschaft, unsere Innovationskraft und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Der European Sustainable Finance Survey zeigt: Große Unternehmen haben noch viel Arbeit vor sich auf dem Weg in die Klimaneutralität.“

Deutschland bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen und den UN-Nachhaltigkeitszielen und setzt sich für Stabilität im Finanzsystem ein. Entsprechend unterstützt die Bundesregierung die europäische Sustainable Finance-Agenda. In Deutschland hat die Bundesregierung den Sustainable Finance-Beirat gegründet. Die staatliche KfW Bankengruppe ist eine der größten Förderbanken weltweit und integriert Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Aktivitäten. Mit der Emission von Grünen Bundeswertpapieren und dem damit verbundenen Berichtswesen stärkt der Bund die Transparenz über grüne Ausgaben im Haushalt und den Sustainable Finance-Standort Deutschland.

Der erste European Sustainable Finance Survey, durchgeführt von adelphi und ISS ESG, liegt nun vor und wird 2021 und 2022 wiederholt. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage unter den rund 400 größten börsennotierten Unternehmen Europas: Die im EuroStoxx 50 vertretenen Firmen weisen derzeit Umsätze auf, die zu rund 20% Taxonomie-relevant, aber nur zu 2% Taxonomie-konform sind. Der Unterschied kommt vor allem dadurch zustande, dass die den Umsätzen zugrundliegenden Wirtschaftsaktivitäten das anspruchsvolle Ambitionsniveau der noch in Entwicklung befindlichen Taxonomie in Bezug auf den Klimaschutz noch nicht erfüllen. Gleichzeitig liefert die Studie zahlreiche technische Hinweise, die dabei helfen, die Taxonomie weiterzuentwickeln.

Der European Sustainable Finance Summit mit Statements von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Bundesfinanzminister Olaf Scholz und dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir kann heute per Livestream von 10-18 Uhr verfolgt werden: https://gsfc-germany.com/esfs_2020/
 

Weitere Informationen:

Grüne Bundeswertpapiere: www.deutsche-finanzagentur.de/de/institutionelle-investoren/bundeswertpapiere/gruene-bundeswertpapiere/


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