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Freitag, 1. Juli 2022
BMUV-PM: Lemke: „Weltozeankonferenz sendet Weckruf angesichts des dramatischen Zustands der Meere“
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Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit
und Verbraucherschutz
Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Leiter der Pressestelle: Ulrich Schulte
Redaktion: Iris Throm, Andreas Kübler, Astrid Scharf, Christopher Stolzenberg,
Bastian Zimmermann und Svenja Kleinschmidt
Telefon: 030 18 305-2010
E-Mail: presse@bmuv.bund.de Internet: www.bmuv.de/presse
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Pressedienst – Nr. 089/22
Berlin 01. Juli 2022
Internationales / Meeresschutz
Lemke: „Weltozeankonferenz sendet Weckruf angesichts des dramatischen Zustands der Meere“
Weltozeankonferenz der Vereinten Nationen in Lissabon geht mit „Erklärung von Lissabon“ zu Ende
Heute findet die zweite Weltozeankonferenz der Vereinten Nationen 2017 mit der Verabschiedung der „Erklärung von Lissabon“ ihren Abschluss. Darin bekräftigen die Vereinten Nationen ihren Einsatz für die stark belasteten Weltmeere und verpflichten sich zu einem besseren Schutz.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Konferenz sendet einen Weckruf angesichts des dramatischen Zustands der Meere. Es besteht großer Handlungsdruck, weil unsere Meere versauert, verschmutzt und übernutzt sind. Diese öffentliche Aufmerksamkeit ist wichtig, um auf den anstehenden Verhandlungen, etwa für ein verbindliches Abkommen zum Schutz der Hohen See, zu guten Lösungen zu kommen. Es stimmt mich optimistisch, dass sich die Weltgemeinschaft hier in Lissabon über Maßnahmen zum Schutz der Meere ausgetauscht hat und gemeinsam voranschreiten will. Das konkrete Handeln steht nun im Fokus, um messbare Fortschritte zu erzielen.“
Auf der Konferenz hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke dargestellt, wie Deutschland in den nächsten Jahren die angekündigte Meeresoffensive umsetzen will. Dazu gehören eine verbindliche Meeresstrategie, die Stärkung der Strukturen innerhalb des Bundesumweltministeriums sowie das neue Amt eines Meeresbeauftragten der Bundesregierung, der noch in diesem Sommer seine Arbeit aufnehmen wird.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke bekräftigte mit dem in dieser Woche verkündeten Beitritt zur Gruppe der Blue Leaders den internationalen Führungsanspruch der Bundesregierung bei Themen des Meeresschutzes. Die Blue Leaders setzen sich für strengste Schutzstandards von Meeresschutzgebieten ein und drängen auf ein starkes Abkommen zum Schutz der Hohen See. Die letzte Verhandlungsrunde zum Hohe See Abkommen findet Ende August in New York statt.
Auf der Konferenz kündigte der französische Staatspräsident Emanuel Macron an, im Jahr 2025 gemeinsam mit Costa Rica, die nächste Weltozeankonferenz auszurichten. Bundesumweltministerin Lemke begrüßte die Ankündigung. „Der Schutz der Meere braucht mehr Tempo. Bis 2025 müssen handfeste Erfolge für internationalen Meeresschutz bereits erzielt sein. Die nächste Weltozeankonferenz muss sowohl zu den Inhalten als auch zum bisherigen Ambitionsniveau eine erste kritische Bilanz ziehen, denn auch ich wünsche mir für zukünftige Weltozeankonferenzen verbindliche Ergebnisse," bekräftigte Lemke.
Der französische Präsident forderte außerdem die Schaffung eines Regelwerks, um den Tiefseebergbau im Bereich der Hohen See zu verbieten. Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Ein möglicher Tiefseebergbau droht die Meere weiter zu belasten und marine Kreisläufe unwiederbringlich zu zerstören. Deshalb begrüße ich den Vorstoß von Frankreich zu einem Verbot von Tiefseebergbau. Das ist ein starkes Statement.“
Auch im G7 Ocean Deal, der von den Staats- und Regierungschefs in dieser Woche in Elmau bestätigt wurde, betonen die G7-Staaten u.a. die dramatischen Auswirkungen auf die Meeresumwelt bei einem potenziellen Tiefseebergbau. Mit dem Ocean Deal haben die G7 Staats- und Regierungschefs eine ambitionierte politische Deklaration platziert.
Weiterführende Links:
Abschlusserklärung der Weltozeankonferenz unter: https://www.un.org/en/conferences/ocean2022/political-declaration
Gruppe der Blue Leaders unter: https://www.theblueleaders.org/
Pressemitteilung des BMUV zur G7 Abschlusserklärung und Ocean Deal unter: https://www.bmuv.de/PM10159
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BMUV-PM: In Deutschland entstehen jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle
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Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit
und Verbraucherschutz
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Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Pressedienst Nr. 088/22
01. Juli 2022
In Deutschland entstehen jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle
Im Jahr 2020 wurden entlang der Lebensmittelversorgungskette insgesamt etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle weggeworfen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Bundesregierung gestern an die EU-Kommission gesendet hat. Der überwiegende Anteil an weggeworfenen essbaren Lebensmitteln sowie Schalen, Blätter, Knochen oder Kaffeesatz entstand in privaten Haushalten (rund 59 Prozent). Weitere 17 Prozent Lebensmittelabfälle fielen in Restaurants, der Gemeinschaftsverpflegung oder dem Catering an, gefolgt von etwa 15 Prozent in der Verarbeitung von Lebensmitteln, rund 7 Prozent im Handel und ungefähr 2 Prozent in der Landwirtschaft. In der Landwirtschaft werden überschüssige und verdorbene Lebensmittel nach einer Studie des Thünen-Instituts meist nicht als Abfall entsorgt, sondern betrieblich verwertet.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Lebensmittel, die als Abfall enden, sind ein ernstes Problem. Die Produktion von Lebensmitteln, die später doch nicht verzehrt werden, verbraucht weltweit immense Flächen an Ackerland und verschwendet wertvolle Ressourcen. Als Bundesregierung sind wir deshalb angetreten, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland zu halbieren. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher haben es oft in der Hand Lebensmittelabfälle zu verringern. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln ist gut für die Umwelt.“
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir: „Es passt einfach nicht zusammen, dass bei uns nach wie vor Lebensmittel im Müll landen, während weltweit zig Millionen Menschen hungern. Das ist eine Schande. Und vergessen wir nicht, dass unsere Landwirtinnen und Landwirte hart für unser Essen gearbeitet haben. Es ist also auch eine Frage der Wertschätzung, respektvoll mit Lebensmitteln umzugehen. Wir haben es gemeinsam in der Hand, Lebensmittelabfälle – vom Acker bis zum Teller – so weit wie möglich zu vermeiden. Vor allem wir Verbraucherinnen und Verbraucher können durch einen bewussten Konsum dazu beitragen, wertvolle Ressourcen einzusparen. Wir arbeiten deshalb daran, dass schon Kinder an Themen wie Nachhaltigkeit herangeführt werden, etwa durch eine entsprechende Ernährungsumgebung in Kita und Schule. Aber auch bei der Produktion können Lebensmittel besser verwertet werden: Nicht alles, was eine Delle hat oder nicht der Norm entspricht, gehört in die Tonne – vieles davon kann anderweitig genutzt werden.“
Auch vor diesem Hintergrund wird die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung weiterentwickelt. Die Bundesregierung will gemeinsam mit allen Beteiligten die Lebensmittelverschwendung verbindlich und branchenspezifisch reduzieren. Dazu werden zurzeit konkrete, ambitionierte Maßnahmen entwickelt und konsequent umgesetzt.
Mit dem vorgelegten Bericht kommt Deutschland der in der EU-Abfallrahmenrichtlinie verankerten Pflicht nach, die Fortschritte bei der Reduzierung der Lebensmittelabfälle sichtbar zu machen. Mindestens alle vier Jahre müssen die EU-Mitgliedstaaten eine gründliche Messung der Lebensmittelabfälle vornehmen. Der Bericht wurde im Auftrag des BMUV und des Umweltbundesamtes (UBA) vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit mehreren Forschungsinstituten erstellt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat diesen Prozess eng begleitet. Die zur Datenerhebung entwickelte Methodik beruht auf Vorgaben der EU-Kommission. Ausgangspunkt ist die Abfallstatistik. Darauf aufbauend wurde mit Hilfe von Sortieranalysen und Befragungen der Abfallwirtschaft ermittelt, wie hoch der Anteil der Lebensmittelabfälle an den in der Statistik erfassten Gesamtabfällen ist. Dabei sind nicht alle der erfassten Lebensmittelabfälle vermeidbar, denn zu ihnen zählen z. B. auch Knochen und Schalen. Ein Vergleich der nun erhobenen Daten mit der bislang besten Datenlage über Lebensmittelabfälle – der vom Thünen-Institut erstellten Baseline 2015 – ist aufgrund eines wesentlichen Methodenwechsel also nicht möglich.
Der Erstbericht legt den Grundstein für eine kontinuierliche Messung der Lebensmittelabfallmenge in Deutschland. Im nächsten Schritt wird die EU-Kommission die von den Mitgliedsstaaten übermittelten Daten analysieren und in einem zusammenfassenden Bericht veröffentlichen. Sie wird die Daten auch dem von ihr angekündigten Vorschlag für EU-weit verbindliche Reduzierungsziele zugrunde legen.
Weitere Informationen
Erster Bericht über Lebensmittelabfälle
Lebensmittelabfälle in Deutschland (Statistisches Bundesamt)
Tipps für Verbraucher:innen (UBA)
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